Kreativer Dialog zwischen Kulturen

Interkultureller und religiöser Dialog

Pressekonferenz vom 5. Mai 2017

"Wir leben in einer Zeit, wo FAKE-NEWS scheinbar normal sind.
In einer Zeit, wo wir vor dem Fremdenden und den Fremden Angst haben.
In einer Zeit, wo vielerorts die Menschenrechte nicht respektiert werden.

In einer Zeit, wo Populismus und Thekengespräche mangels objektiver Fakten gepflegt werden, war es uns wichtig, unsere Schüler durch konkrete Fakten und Selbst-Erlebtes aufzuklären.

Wir wollten unseren Schülern möglichst viele objektive Puzzelstücke und Fakten an Hand geben, damit sie sich selbst eine möglichst offene Meinung bilden können, die im Einklang mit den europäischen Wertvorstellungen wie FREIHEIT, SICHERHEIT, TOLLERANZ, GLEICHBERECHTIGUNG, MENSCHENRECHTE, … steht.

Teilgenommen an diesem Projekt haben alle derzeitigen Lehrlinge des ZAWM St.Vith, vom 1. bis zum 3. Lehrjahr.

Das erste Lehrjahr hat anhand der Ausstellung von Pro ASYL das Thema Menschenrechte und Flüchtlinge bearbeitet. Die Ausstellung wurde dieses Jahr eine Dauerausstellung im ZAWM und regte regelmäßig zum Nachdenken an.

Eine weitere Klasse organisierte einen Besuch in Verviers, in einem Viertel mit starkem Migrationshintergrund. Hier konnte das Alltagsleben der Menschen beobachtet werden, und es bot sich die Gelegenheit, bei Geschäftsbesuchen sowie bei einem Essen mit den Leuten in einen persönlichen Kontakt zu kommen und konkrete Fragen zu stellen.

Das erste Lehrjahr hat das Buch „Ich komme auf Deutschland zu“ von Firas Alshater gelesen. Ein interessantes Buch eines syrischen Flüchtlings, Schauspielers und Komikers, der nun in Berlin lebt und arbeitet. Er schildert seine Erfahrungen aus Syrien und aus Deutschland.

Firas Alshater ist auch der Einladung der Schüler gefolgt und hat am 2. Februar 2017 eine Lesung im Triangel St.Vith gehalten und mit den Jugendlichen diskutiert.

Sein Credo: "Humor ist der Schlüssel, der uns alle Türen öffnen kann, und überhaupt der beste Weg, Mensch zu sein. Hass muss man trainieren, aber Humor nicht. Hass ist extrem anstrengend, Humor hingegen herrlich leicht."

Das dritte Lehrjahr hat das Buch „Sommer unter schwarzen Flügeln“ von Martin PEER bearbeitet. Das Buch behandelt das Thema Flüchtlinge und Rechtsradikalismus. Es spiegelt die heutige Realität wider und ist in der Sprache der Jugendlichen geschrieben.

In diesem Zusammenhang haben die Lehrlinge am 8. März die Bilal-Moschee in Aachen besucht, wo sie die Gelegenheit hatten, kritisch mit gleichaltrigen Jugendlichen über den Islam zu diskutieren.

Ferner wurde eine Verkostung kleiner syrischer und irakischer Fingerfoots im Unterricht organisiert.

Das Projekt ist positiv bei den Jugendlichen angekommen und hat bestimmt zum objektiveren Nachdenken angeregt.

Wir sind überzeugt, dass durch dieses Projekt – in Rahmen unserer Möglichkeiten – ein Beitrag zur Verständigung, Toleranz und Wertevermittlung geleistet wurde."


>>> Firas Alshater hat das Publikum begeistert
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Kante zeigen in Zeiten der (Fehl-) Informationsüberflutung
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Kreativer Dialog zwischen Kulturen (GE-Artikel vom 06.05.2017)