Die Leonardo-Brücke

Im Vorfeld der Holzerlebnistage am 16. und 17. Oktober haben Schüler des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes in dieser Woche eine LeonardoBrücke im Innenhof des Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel errichtet.

Leonardo-Brücke wirbt für die Holzerlebnistage

Von Gerd Hennen

Im Vorfeld der Holzerlebnistage am 16. und 17. Oktober haben Schüler des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes in dieser Woche eine LeonardoBrücke im Innenhof des Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel errichtet.

Die Leonardo-Brücke ist eine Bogenkonstruktion, die erstmals in Form einer Skizze von dem italienischen Renaissance-Künstler und Erfinder Leonardo da Vinci (1452-1519) in seinem "Codex atlanticus" dokumentiert wurde. "Der Bau dieser Brücke reiht sich in die lange Geschichte unserer Kooperation mit dem Holzkompetenzzentrum ein", so Fachlehrer Frank Fritschen vom ZAWM St.Vith. Unvergessen in diesem Zusammenhang bleibt sicherlich die "Eisblockwette" vor nunmehr drei Jahren, als die Wärmedämmung durch den Baustoff Holz eindrucksvoll verdeutlicht werden konnte.


Geniale Konstruktion

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung wurde man in der Renaissance fündig. Kein Geringerer als das Universalgenie Leonardo Da Vinci hat vor über 500 Jahren eine frei tragende und frei von festen Verbindungselementen schnell aufzustellende Bogenbrücke konzipiert, die aber nur auf dem Skizzenblock erhalten blieb. "Leonardo da Vinci hat die Konstruktion nie in Wirklichkeit bestaunen können. Für uns war es also eine interessante Herausforderung, die ausgeklügelte Technik und Genialität nachzubauen und die Stabilität und perfekte Statik von Holz zu unterstreichen", so Fritschen weiter.

Auch Helmut Henkes von der Wirtschaftsförderungsgemeinschaft Ostbelgien (WfG) zeigte sich auf Anhieb vom Projekt begeistert. "Gibt es ein schöneres Werbekonzept als solch eine Brückenkonstruktion, die wie in der Schwebe ohne jegliche Verbindungen da steht und die Massen verblüfft?", stellte der WfG-Projektleiter fest.


Physikalische Kräfte

Man habe als Holzkompetenzzentrum die Aufgabe, die Vielseitigkeit des Werkstoffes Holz zu präsentieren, und passe die Bogenbrücke perfekt ins Konzept. "Die Brücke ist in 15 Minuten auf- und abgebaut, hält ohne jegliches Verbindungsstück und ist darüber hinaus auch äußerst mobil einsetzbar", so Henkes. Die Schüler selbst konnten sich ein Bild über das Wirken der physikalischen Kräfte machen, ein Wissen, das ebenfalls in die alltägliche Arbeit der Bauschreinerei mit eingebracht werden kann. Bereits vor einigen Jahren habe der Fachlehrer Heinrich Eicher die Idee zum Bau einer Bogenbrücke im Stile des Leonardo Da Vinci gehabt, doch erst in Zusammenarbeit mit dessen Kollegen Frank Fritschen und der Unterstützung des Holzkompetenzzentrums in Person von Helmut Henkes wurde das Projekt in Angriff genommen. "Es ist zwar kein Novum, denn die Brücke wurde in der Vergangenheit bereits des Öfteren nachgebaut, doch ist es immer wieder verwunderlich, wie die verwendeten Rundhölzer und die gehobelte Ware ineinander greifen und ein Höchstmaß an Stabilität garantieren", erklärte Fritschen weiter. Die Materialkosten wurden übrigens je zur Hälfte vom ZAWM und vom Holzkompetenzzentrum übernommen. "Da die einzelnen Elemente leicht zu transportieren und auch ebenso leicht ab- und aufbaubar sind, lässt sich die Leonardo-Brücke in Zukunft auch als Blickfang und Werbeträger bei anderen Veranstaltungen nutzen.

Fotogalerie