Das Interreg IVa-Projekt KiWi

Das Interreg IVa-Projekt  KiWi soll grenzenlose Ausbildung erleichtern

Damit Berufsabschlüsse von Jugendlichen auch in den Nachbarländern anerkannt werden, haben 13 Partner das Projekt „Karriere-Initiative der Wirtschaft – Fachkräfte-Allianz für die Jugend in Europa (Kiwi)“ ins Leben gerufen.

Kiwi zielt darauf ab, für ausgesuchte Berufszweige oder Branchen binational anerkannte Laufbahnen und Profile für bestimmte Berufe zu entwickeln. Im Fokus stehen die kaufmännichen Berufe, die Schreiner-,  Metall- und Elektroberufe sowie der Gesundheits- und Pflegebereich. „Es besteht ein Bedarf, die Bedürfnisse der Unternehmen besser mit dem regionalen Fachkräftepotenzial zu verbinden“, erklärte Gisbert Eisenbarth, Geschäftsführer der Christlichen Erwachsenenbildung (CEB) in Merzig. Das Vorhaben wird über das grenzüberschreitende EU-Programm Interreg finanziert.

Für die Deutschsprachige Gemeinschaft beteiligt sich das ZAWM St.Vith an diesem Projekt. Als Partner untersuchen wir speziell den Bereich des Facharbeitermangels in den Bereichen TISCHLER und ELEKTROINSTALLATEUR.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Untersuchung wie die stillen Reserven – sprich „mehr Mädchen und junge Frauen ins Handwerk“, „Wiedereinsteiger“, „50+“, „Migranten“, … - aktivieren kann.

Das Projekt verfolgt das Ziel, für ausgesuchte Berufszweige, in denen ein besonderer Bedarf ermittelt wurde, binational anerkannte Laufbahnen zu schaffen, praxisorientiert und unternehmensnah.

Im Mittelpunkt stehen hierbei die Branchen mit besonderem Fachkräftebedarf:

  • Industrie
  • Handwerk
  • Gesundheit und Pflege
  • kaufmännische Berufe und Dienstleistung

Aktion 1:

Ermittlung von bilateralen Mobilitätsachsen innerhalb des Partnernetzwerks und Auswahl von jeweils einem (in Ausnahmefällen zwei) Beruf/en, als Pilotprojekte für den Aufbau von bilateralen, grenzüberschreitenden Karrierelaufbahnen

1. Sichtung und Auswertung der innerhalb der Großregion verfügbaren Daten zum Fachkräftebedarf und - potential

insbesondere der Daten :

  • der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA)
  • der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland
  • der Pôle Emploi
  • der Adem
  • des FOREM
  • der jeweiligen Kammern
  • Abilitic 2 perform, Maintien à domicilie, FCU, Conseil économique et social Grand Région

2. Festlegung von sinnvollen bilateralen Mobilitätsachsen mit jeweils einem, max. zwei Pilotberufen in den Bereichen Industrie, Handwerk, Pflege sowie kaufmännische Berufe

  • in denen es einen besonders hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften
  • in  einem gegebenen Beschäftigungsraum gibt (offene Stellen),
  • Zusammenstellung einer Liste von insgesamt 4 bis 5 Berufen

 

3. Machbarkeitsprüfung innerhalb jeder bilateralen Mobilitätsachsen und pro Beruf, unter Berücksichtigung der Zielgruppen Jugend und junge Erwachsene

Folgende berücksichtigt: Kriterien werden

  • vorhandenes Potential an möglichen Bewerbern vor Ort und aus anderen Teilregionen, die bereits über eine entsprechende Erstausbildung bzw. über die wesentlichen Bestandteile einer solchen verfügen,
  • pädagogische Umsetzbarkeit
  • Anerkennungs- und Aufbaumöglichkeiten des beruflichen Abschlusses im Nachbarland
  • Verfügbarkeit von Partnern, die bereit sind, an der Umsetzung des Projekts im Ursprungsland und im Zielland mitzuwirken (Berufsschulen, Unternehmen, Weiterbildungsträger...)
  • logistische Voraussetzungen für die Mobilität
  • finanzielle Voraussetzungen

4. Für jede Mobilitätsachse: Abstimmung der Ergebnisse mit den jeweils im Ursprungs- und im Zielland für die berufliche Aus- und Weiterbildung verantwortlichen Stellen

und anschließende Verabschiedung einer gemeinsamen Agenda mit den entsprechenden bilateralen Mobilitätsachsen

Aktion 2:

Vorbereitung der Umsetzung der Agenda
Inhaltliche und administrative Angebotsgestaltung

Pro Mobilitätsachse und Beruf wird ein Angebot zur Förderung der Mobilität als Antwort auf die jeweiligen Hemmnisse aufgebaut (Modell).

Hiermit soll jeweils eine bilaterale Brücke zwischen Angebot und Nachfrage geschaffen werden

Hierzu werden pro Achse und Beruf folgende Arbeitsschritte umgesetzt:

1. Ermittlung von entsprechenden, im Zielland anerkannten Berufsabschlüssen und -Zertifikaten

2. Ermittlung der fehlenden Qualifizierungsinhalte im Zielland

  • fachliche Inhalte,
  • Praxisdefizite (Praktikum in Unternehmen, …)
  • Fremdsprachenvermittlung, fachbezogene Fremdsprache,
  • gesellschaftlicher Status, Arbeitswerte, Stellensuche, Karrieremöglichkeiten, Unternehmenskultur

3. Gestaltung von bi/national aufeinander aufbauende Laufbahnen/Karrieren Construction de schémas de carrière bi/nationaux

4. Aufhebung der Mobilitätshindernisse im Bereich der Logistik, sowie der Versicherungs- und Lebenshaltungskosten

5. Ermittlung von Finanzierungsmöglichkeiten der Mehrkosten (z.B. Fahrtkosten, Unterbringungskosten etc.)

6. Ermittlung von Finanzierungsmöglichkeiten der notwendigen Bildungsmaßnahmen

  • durch verfügbare nationale Programme,
  • durch aktuelle Sonderprogramme zur Förderung der grenzüberschreitenden und europäischen Mobilität von Fachkräften (zum Beispiel in Deutschland aktuell MobiPro…)
  • durch privatwirtschaftliche Finanzierung

In den jeweiligen Finanzierungsmodellen wird grundsätzlich: 

  • der Kostenanteil «fachliche Bildung» im Rahmen der jeweils nationalen Programme zur Förderung der beruflichen Bildung und Mobilität finanziert,
  • die grenzüberschreitenden Mehrkosten in Bezug auf zusätzliche Maßnahmen zur Begleitung der Mobilität sowie das gesamte grenzüberschreitende Management über Drittmittel finanziert (EU, sonstige…)
  • wobei ein Teil des Qualifizierungsbedarfs im Ursprungsland und ein anderer Teil im Zielland erfolgt, jeweils unter Einbeziehung der Partnerunternehmen (siehe Modellskizze vom 14. März 2014 anbei)

7. Einrichtung eines Panels von Unternehmen pro Mobilitätsachse und Beruf aus den jeweils  betroffenen Teilregionen, die Fachkräfte suchen und bereit sind, diese auch grenzüberschreitend zu akquirieren.

8. Einführung eines Coachsystems im Zielland/Unternehmen: Jedem Jugendlichen oder jungem Erwachsenen soll bei der späteren Umsetzung der Weiterbildungsmaßnahmen sowohl im Ursprungsland, wie auch im Zielland ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen, der ihm bei Bedarf sowohl fachlich als auch sprachlich und interkulturell zur Seite steht. Hierzu müssen potentielle Fachkräfte als Coachees eruiert sowie ihre spätere Bereitstellung und Finanzierung gewährleistet werden. Das vorliegende Projekt verfolgt das Ziel, diese Fragen grundsätzlich zu beantworten.

9. Ermittlung und Sensibilisierung des Fachkräftepotentials in Zusammenarbeit mit den Berufsorientierungsstellen / CIO,

  • über die Arbeitsagenturen
  • in den Berufsschulen (im Rahmen von Austauschen und Pilotprojekten, die die Schüler mit der Berufswelt im Zielland in Verbindung bringen, z.B. Fachstelle)
  • sowie weitere Aktionen, die von den Partnern im Rahmen des Projektes zu vereinbaren sind, und geeignet sind, möglichst viele Jugendliche der Großregion für eine solche grenzüberschreitende Karriere  zu motivieren

10. Ermittlung der Bedingungen für eine nachhaltige Umsetzung


Interreg IVa Projekt « IP GR (SMLW) 1 4 276 KIWI » 2013-2015

Hier finden Sie die Projektpartner

 

  • Office wallon de la formation professionnelle et de l'emploi (FOREM)
    Boulvard Tirou 104
    B-6000 Charleroi
    vertreten durch Frau Marie-Kristine Vanbockestal, Administratorin

  • Association nationale pour la formation professionnelle des adultes (AFPA)
    Centre AFPA de St. Avold
    96, rue des Généraux Altmayer
    BP 30249
    F-57507 St. Avold Cedex
    vertreten durch Herrn Patrick Van Keirsbilck, Bezirksdirektor
  • CEB-Fortbildungswerk GmbH (CEB)
    Industriestra 6-8
    D-66663 Merzig-Hilbringen
    vertreten durch Herrn Gisbert Eisenbarth, Geschäftsführer
  • ZAWM St. Vith
    Luxemburgerstraße 2a
    B-4780 St. Vith
    vertreten durch Herrn Manfred Weber, Präsident und Herrn Erich Hilger, Direktor
  • Handwerkskammer Trier
    Loebstraße 18
    D-54292 Trier
    vertreten durch Herrn Dr. Manfred Bitter, Hauptgeschäftsführer
  • Chambre des salariés Luxembourg (CSL)
    Arbeitnehmerkammer
    18, rue Auguste Lumière
    L-1950 Luxembourg
    vertreten durch Herrn Jean-Claude Reding, Präsident und Herrn Norbert Tremuth, Direktor
  • Industrie- und Handelskammer das Saarlandes (IHK)
    Franz-Josef-Röder-Straße 9
    D-66119 Saarbrücken
    vertreten durch Herrn Volker Giersch, Hauptgeschäftsführer
  • Vereinigung des Saarländischen Unternehmensverbände e.V. (VSU)
    Harthweg 15
    D-66119 Saarbücken
    vertreten durch Herrn Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer
  • Regionaldirektorin Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit
    Eschberger Weg 68
    D-66121 Saarbrücken
    vertreten durch Frau Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung
  • ZARABINA asbl
    27, rue Emile Mayrisch
    L-4240 Esch/Alzette
    vertreten durch Frau Vera Spautz, Präsidentin und Frau Angela Russ-Kazun, Geschäftsführerin
  • Handelskammer Luxembourg
    7, rue Alcide de Gasperi
    L-2981 Luxembourg-Kirchberg
    vertreten durch Herrn Pierre Gramegna, Hauptgeschäftsführer
  • Ministerium für Bildung und Berufsbildung Luxembourg
    29, rue Aldringen
    L-2926 Luxxembourg
    vertreten durch Herrn Antonio de Carlois
  • Institut wallon de Formation en Alternance et des indépendants et PME, IFAPME
    Place Albert 1er, 31
    B-6000 Charleroi
    vertreten durch Herrn Jacques Bounameaux, Administrator