Ko-Transfer

Das „KO-Transfer“-Projekt baute auf den Ergebnissen des erfolgreich abgeschlossenen Projektes „UMBAU & KO“ auf, dessen Ziel die Entwicklung einer europäischen Qualifizierungs- und Zertifizierungsstrategie für bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung in den Bauberufen unter Berücksichtigung neuer EU-Richtlinien war. Nacheiner einheitlichen Vorgabe wurde ein Modultyp zum Thema „energieeinsparen des Bauen in der Aus- und Weiterbildung“ entwickelt. Durch dessen einheitliche Kompetenzstruktur wird eine grenzüberschreitende Zertifizierung ermöglicht. Für „UMBAU & KO“ erhielt die BGZ von der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Jahre 2009 den erstmals verliehenen Preis für herausragende Praxisprojekte im Programm Grundtvig und Leonardo da Vinci. „UMBAU & KO“ wurde als eines von drei bundesweit besten Leonardo-da-Vinci-Projekten ausgezeichnet. An diesen Erfolg wollte man anknüpfen. Unsere Projektpartnerschaft widmetesich im „KO-Transfer“ dem zeitgemäßen Bauen und Sanieren von Gebäude in Verbindung mit der Umsetzung der Energieeinsparungsverordnungen vor dem Hintergrund der EU-Gebäuderichtlinie. Die Notwendigkeit der Energieeinsparung wird in nächster Zukunft aufgrund steigender Energiepreise, aber auch aufgrund dessich abzeichnenden, massiven Klimawandels weiter zunehmen. Nach einhelliger Auffassung in der Branche wird der Strukturwandel der Bauwirtschaft zu deutlich veränderten und in der Summe steigenden Anforderungen an die Qualität der Gebäude und damit an die Qualifikation der Fachkräfte führen. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs erfordert heute mehr als je zuvor eine Anpassung der beruflichen Bildung an neue Qualitätserfordernisse des Arbeitmarktes. Trotz der in einigen EU-Ländern relativ hohen Arbeitslosenquote gibt es in einigen Branchen bereits jetzt Fachkräftemangel, der in den kommenden Jahren aufgrund des demografischen Wandels noch zunehmen wird. Besonderer Bedarf zeichnet sich vor allem im Bereich der energetischen Sanierung ab. In dem Projekt „KO-Transfer“ begegneten die Projektpartner diesem gemeinsamen EU-Problem innovativ. Es ging darum, das in „Umbau & KO“ entwickelte Verfahren grenzüberschreitend einheitlicher Vorgaben für Kompetenzprofile und Qualifikationen auf ganze Ausbildungsgänge anzuwenden. Damit soll eine Verbesserung der Qualität, Transparenz und Durchlässigkeit in der Aus- und Weiterbildung durch exemplarische Anwendung von Kompetenzstandards für Ausbildungsleistungen gewährleistet werden. Erst dadurch wird die Transparenz erworbener Kompetenz über die Grenzen eines Landes hinaus ermöglicht. Unternehmen und Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sind in der Lage, erworbene Qualifikationen der Fachkräfte besser einschätzen zu können. Lebenslanges Lernen wird so ermöglicht.

Effiziente Energienutzung und Vermeidung von Energieverlust sind und bleiben eine gemeinsame Herausforderung der europäischen Bauwirtschaft. Besondere Anforderungen stellt die energetische Sanierung des Gebäudebestandes. Vor diesem Hintergrund steigen die Anforderungen an die Fachkompetenz der KMU und ihrer Mitarbeiter. In einem gemeinsamen Arbeitsmarkt sind Fachkräfteeuropaweit mobil. Damit müssen ihre Kompetenzen transparent sein. Dies erfordert eine Anpassung der Systeme und Praktiken der beruflichen Aus- & Weiterbildung im europäischen Rahmen (transnationale Kooperation). Die Akteure der beruflichen Bildung verfügen noch über kein endgültiges Konzept, wie Bildungsleistungen transparent dargestellt werden und wie eine Anerkennungsstrategie im Rahmen des jeweiligen NQR/EQR aussehen kann.

Ziel des Projektes war die Stärkung von Transparenz, Vergleichbarkeit und grenz-überschreitender Anerkennung erworbener Qualifikationen indem es:
- einen Beitrag zur Umsetzung eines transparenten Systems für Kompetenzermittlung
  und -zertifizierung in Aus- & Weiterbildung (in ausgewählten Bauberufen) leistet
und
- innovative Inhalte (energetische Gebäudesanierung) systematisch in Bildungsgänge
  einbindet.